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Mittelohr­implantat

Wie funktioniert ein Mittelohr­implantat?

Im Unterschied zu einem Hörgerät, das Schall einfach verstärkt, und einem Cochlea-Implantat, das Reize direkt auf den Hörnerv überträgt, stimuliert ein Mittelohrimplantat das Mittelohr direkt. Schallwellen wandelt das Mittelohrimplantat in mechanische Schwingungen um.

Ebenso wie das Cochlea-Implantat besteht das Mittelohrimplantat aus zwei Komponenten: dem Implantat, das chirurgisch unter der Haut platziert wird, und dem außen getragenen Audioprozessor. Dieser haftet mit Hilfe eines Magneten über dem Implantat und kann diskret unter dem Haar getragen werden. 

Die Funktionsweise im Detail:

  • Der Audioprozessor wandelt Schall in elektrische Signale um.
  • Diese Signale werden über die Haut an das Implantat übertragen.
  • Dieses leitet die Signale an einen winzigen Schwingkörper weiter.
  • Der Schwingkörper wandelt das Signal in mechanische Schwingungen um, die die Gehörknöchelchenkette im Mittelohr direkt in Bewegung versetzen.
  • Diese Schwingungen werden an das Innenohr weitergeleitet und von dort ans Gehirn, wo sie als akustische Signale wahrgenommen werden.

Bezahlt die Krankenkasse ein Mittelohrimplantat?

Wenn du die audiologischen und medizinischen Kriterien für ein Mittelohrimplantat erfüllst, übernimmt der Krankenversicherungsträger die Kosten.

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Für wen eignet sich ein Mittelohrimplantat?

Ein Mittelohrimplantat eignet sich für Personen mit mittlerer bis schwerer Schallempfindungsschwerhörigkeit, Schallleitungsschwerhörigkeit oder einer kombinierten Schwerhörigkeit, die aus medizinischen Gründen kein Hörgerät tragen können. Dazu zählen Fehlbildungen des Außenohrs, chronische Entzündungen oder Hautirritationen sowie Probleme mit dem Ohrpassstück im Gehörgang.

Auch Personen, bei denen das Hörgerät nach ihrem Empfinden alles nur lauter macht, anstatt Sprache deutlicher zu machen, können von einem Mittelohrimplantat profitieren.
In ausführlichen audiologischen Untersuchung prüft das Implantat-Team ob du von einer Implantation profitierst.

Mittelohrimplantate sind ab einem Alter von 5 Jahren zugelassen und der Hörnerv muss intakt sein. Nach oben gibt es keine Altersbeschränkung.

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Vorteile eines Mittelohrimplantats

Vor allem in lauter Umgebung hören und verstehen Nutzerinnen und Nutzer eines Mittelohrimplantates Sprache besser, der Klang ist natürlich und es gibt so gut wie keine Rückkopplung, da der Audioprozessor weiter von der Hörmuschel entfernt ist als bei einem Hörgerät. Ein Pfeifen wie bei Hörgeräten bleibt aus.Für Menschen mit chronischen Gehörgangsentzündungen bleibt der Gehörgang mit dem Implantat frei, und der Audioprozessor kann diskret unter dem Haar getragen werden.

Worauf muss ich bei der Wahl eines Mittelohrimplantats achten?

 
  • Tragekomfort und Design: Audioprozessoren unterscheiden sich in Größe und Gewicht, manche haben austauschbare Covers in verschiedenen Farben und Designs. So kann der Audioprozessor je nach Anlass stolz präsentiert oder diskret getragen werden.
  • Transkutan oder perkutan: transkutane Implantate übertragen den Schall durch die intakte Haut ans Implantat. Es gibt kaum Hautirritationen, außerdem sieht man äußerlich nichts, wenn der Prozessor nicht getragen wird. Bei perkutanen Geräten ist der Audioprozessor über eine Schnappkupplung und eine Titanschraube, die die Haut durchbohrt, am Schädelknochen befestigt. Die Haut rund um die Schraube muss täglich gründlich gereinigt werden, um Entzündungen vorzubeugen, die bei perkutanen Geräten auftreten können.
  • Speech Tracking: Damit erkennt der Audioprozessor automatisch die Richtung, aus der Sprache kommt und fokussiert optimal darauf.
  • MRT-Kompatibilität: Du solltest wissen, ob dein Implantat für diagnostische MRT-Untersuchungen geeignet ist und bis zu welcher Stärke.
  • Adaptive Richtmikrofone: Diese Mikrofone erkennen und blenden Hintergrundlärm aus.
  • Drahtlose Anschlussmöglichkeiten: Dein Audioprozessor kann an Mobiltelefone, MP3-Player oder Zubehör wie FM-Anlagen angeschlossen werden.
  • Für Kinder geeignet: Nicht alle Mittelohrimplantate sind für Kinder geeignet, da manche am Schädelknochen befestigt werden, der sich noch im Wachstum befindet. Andere Mittelohrimplantate werden nur an einer Mittelohrstruktur befestigt und sind somit unabhängig vom Schädelwachstum.
  • Intelligente Klangadaptierung: Der Audioprozessor kann zwischen unterschiedlichen Hörumgebungen unterscheiden und sich automatisch daran anpassen. Du brauchst Einstellungen daher nicht manuell verändern, wenn du von einem leisen in einen lauten Raum wechselst, wie zum Beispiel beim Betreten eines Restaurants.
  • Individuelle Programme für bestimmte Hörsituationen wie laute Umgebung, Fernseher oder Musik.
  • Fernbedienung: Du kannst Programme am Audioprozessor auch manuell verändern, ohne ihn abnehmen zu müssen.
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Source: MED-EL